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ich denke das die schnelle abfolge auf die eidgenössischen abstimmungen ebenfalls negativ auf die stimmbeteiligung auswirken wird, neben dem leider mangelnden intresse an kantonaler politikAdrian Durtschi - SP 26. März 2010 Verstoss melden
Provokante Frage: Wofür ist der Grosse Rat eigentlich da? In welchen Bereichen hat er Entscheidungsbefugnis? Das müsste den Bürgerinnen und Bürgern vermittelt werden …Politnetz Team - Administrator 29. März 2010 Verstoss melden
Ich glaube auch, dass die Leute viel zu wenig wissen, was kantonale Politik überhaupt bedeutet. Ich habe beim Strassenwahlkampf immer gleich reagiert, wenn mir die Leute sagten, sie hätten mit Politik nichts am Hut: Ach Ja? Dann spülen Sie also nach der Toilette nicht? Und sie benutzen auch kein Trottoir? Strom brauchen Sie auch nicht und zum Glück auch nie ein Spital oder die Feuerwehr.Hannes Zaugg-Graf - Grossrat Kanton Bern, SP 29. März 2010 Verstoss melden
Die allermeisten konnten so in ein Gespräch verwickelt werden, wo ich Ihnen die Bedeutung der Politik klar machen konnte. Leider sind die Kenntnisse wirklich erschreckend gering Und genau deshalb werden nur noch diejenigen gehört, die am lautesten schreien und nicht die, mit den guten Ideen.
@Politnetz Team: die provokante Frage ist eine gute Frage! Mir als Bürger ist der Auftrag des Grossen Rates nicht wirklich klar? Vielen Dank im voraus an die "AufklärerInnen"Erich von Allmen - Parteilos 30. März 2010 Verstoss melden
Der Auftrag wäre eigentlich schon klar. Als Gesetzgebende Macht im Kanton sind die Mitglieder des Grossen Rats eigentlich zuständig für die Regulatorien im Kanton und die Kontrolle der Regierung. Er muss die Grundlagen schaffen, dass die Dienstleistungen und Infrastrukturen des Katons zur Verfügung stehen. Nun kommen aber zwei entscheidend wichtige Faktoren dazu: Die Grösse und Heterogenität des Kantons zwingt uns dazu, Wahlkreise zu schaffen. Aus dem gleichen Grund sind auch die Bedürfnisse der Bewohner sehr unterschiedlich. Jemand im Oberland hat andere Ansprüche an den Kanton, als jemand in Muri. Durch die Wahlkreise fühlen sich die gewählten Grossräte in erster Linie ihren Wählenden Verpflichtet, so dass im Rat dauernd Projekte von der einen Gegend gegenüber Projekten aus anderen Gegenden ausgespielt werden.Hannes Zaugg-Graf - Grossrat Kanton Bern, SP 30. März 2010 Verstoss melden
Das zweite Problem ist: Den Kanton gibt es eigentlich nicht. Er besteht aus den Gemeinden, welche vielfach für die Ausführung (und auch Finanzierung) der Beschlüsse zuständig sind.
Das alles führt zu einer ungeheuren Vielfalt an Partikularinteressen, welche letztlich die Entwicklung unseres Kantons hemmt.
Und fragen Sie mich jetzt bitte nicht, wie man denn das verhindern könnte. Ich weiss es im Moment noch nicht, werde aber versuchen, meinen Teil zur "Enthemmung" beizutragen.
@Hannes Zaugg-Graf. Danke für diese Informationen. Gerade solche Informationen tragen zur erwähnten "Enthemmung" bei. Wenn ich etwas verstehe und begreife kann ich damit besser umgehen. Vielleicht wäre die Wahlbeteiligung auch besser wenn wir Bürger besser "aufgeklärt" wären...Erich von Allmen - Parteilos 30. März 2010 Verstoss melden
Das Problem ist eben vielschichtig. Da ist einmal die Hol- und Bringschuld. Selbst wenn der Staat noch so gut informiert, wahrscheinlich werden es nur interessierte Leute wie Sie mitbekommen. Wir leben in einer konstanten Reizüberflutung und schalten am ehsten dort ab, wo es uns nicht zu betreffen scheint. In der Schweiz funktioniert in der Regel immer alles. Ich habe Wasser und Strom, die Strassen sind in gutem Zustand, selbst die Sicherheitslage ist im Vergleich zu anderen Staaten immer noch paradiesisch. Und solange alles funktioniert, merken die Leute nicht, dass all diese Dinge eben mit Politik zusammenhängen. Das führt dazu, dass überspitzt gesagt nur noch Idealisten und Unzufriedene Politik machen und dann noch solche, die direkt davon profitieren können.Hannes Zaugg-Graf - Grossrat Kanton Bern, SP 30. März 2010 Verstoss melden
In meiner bisherigen Amtszeit als Gemeindepräsident habe ich noch keinen einzigen Auftrag der öffentlichen Hand angenommen, weil ich diese Verbindung als ethisch unsauber erachte. Offenbar gehöre ich folglich zu den Indealisten ;-)
@Hannes Zaugg-Graf. Ich stimme Ihnen vollumfänglich zu. Leider stelle ich auch in meinem direkten Umfeld immer wieder fest, dass vieles, zu vieles an Annehmlichkeiten in unserem Land einfach selbstverständlich ist. Ich versteige mich sogar zu der gewagten Äusserung dass ich das Privileg habe im schönsten und besten Land der Welt zu leben. (Meine ganz persönliche Meinung!).Erich von Allmen - Parteilos 30. März 2010 Verstoss melden
Was ich nicht verstehen kann ist die Tatsache, dass es den vernünftigen, sachlichen und um Lösungen bemühten PolitikerInnen nicht gelingt das Ruder herumzureissen. Endlich die tatsächlichen Hintergründe und Machetschaften von den immer zahlreicher werdenden und rein populistisch agierenden, sogenannten VolksvertreterInnen, aufzudecken. Im Gegenteil. Ein grosser Teil unserer Bevölkerung empfindet die Worthülsen dieser Damen und Herren, als die Politik die uns den Weg in die Zukunft ebnet.
Schrecklich, auf der anderen Seite aber auch eine Meisterleistung im Bereich Marketing. Es gelingt tatsächlich dass Kälber sich nicht nur den eigenen Metzger aussuchen, sondern auch noch freiwillig hingehen, um sich schlachten zu lassen....
Das mit dem schönsten Land würde ich Ihnen beipflichten. Wenn ich jeweils an die Vorstandssitzung des Landschaftstheaters Ballenberg fahre und hinter einem Touristen hertrödeln muss, dann sag ich mir immer: Ist doch schön, an einem Ort wohnen zu dürfen, wo andere Ferien machen.Hannes Zaugg-Graf - Grossrat Kanton Bern, SP 30. März 2010 Verstoss melden
Aber selbstverständlich gibt es schon Dinge, die sich noch verbessern lassen. Ich denke, dass es auf der Verwaltung des Kantons etliches gibt, dass man effizienter gestalten könnte, wenn man die Kompetenzen und Verantwortungen entsprechend delegiert und dafür ein gutes internes Kontrollsystem aufbaut. Es kann doch zum Beispiel nicht sein, dass ein Beitragsgesuch eines Theaters für 2000 Franken über fünf Stellen läuft und schliesslich von Bernhard Pulver persönlich unterschrieben wird. Oder dass andererseits die Sportstättenförderung plötzlich kein Geld mehr hat, weil niemand die richtige Umsetzung kontrollierte, obschon weiss Gott genügend Leute dort sind. Und durch solche Vereinfachungen lässt sich Geld sparen, das man zuerst für den Schuldenabbbau und anschliessend für Steuerreduktionen einsetzen kann.
Eine weitere Baustelle ist sicher das Gesundheitswesen, das bei uns eigentlich Krankenwesen heissen müsste. Wir müssen einfach den Blick wieder mehr in die Weite schwenken lassen und nicht nur unsere eigene Nasenspitze sehen.
Mir gefällt diese Idee. Damit sollte die Stimmbeteiligung anzuheben sein. Hoffentlich ist dies technisch bald genügend getestet und ausgereift.Christoph Jeanneret - GLP 26. März 2010 Verstoss melden
Ich bin leider nicht sicher, dass Wahlen übers Internet viel bringen. Seit der Möglichkeit der brieflichen Wahl ist die Hürde doch schon enorm tief. Das Internet würde sicher mehr Junge an die virtuelle Urne bringen. Aber es sind eben auch erschreckend viele ältere Personen wahlabstinent, und die erreicht man mit Web 2.0 auch nicht!Jürg Hess - kandidiert für Stadtrat Thun, FDP. Die Liberalen 27. März 2010 Verstoss melden
Ein Grund für die tiefe Wahlbeteiligung ist u.a. auch unsere funktionierende, volksnahe Demokratie: Die Nichtwähler und Nichtwählerinnen wissen halt, dass sie die Beschlüsse der Gewählten an der Urne wieder umstossen können.
Aktuelle Analyse zu den Themen, die im Wahlkampf auf politnetz.ch am meisten Aufmerksamkeit fanden, und zu den Parteien, die sie am stärksten bearbeiteten: http://ow.ly/1rQNfPolitnetz Team - Administrator 29. März 2010 Verstoss melden
@Jürg Hess: Web 2.0 verändert unsere Form und Art zu kommunizieren nachhaltig. Politik ist Kommunikation und Interaktion. Weder Staat noch Politik haben auf den technologischen Wandel einen Einfluss. Darum gilt: Wer heute lernt, die Neuen Medien zu nutzen, ist bereit für die Zukunft.